"Wo ist dein Problem?"Marco Schreyl erläutert sein Coming-out
Dass er homosexuell ist, offenbart der ehemalige DSDS-Moderator Marco Schreyl bereits vor einigen Jahren. Nun spricht er noch einmal über sein Coming-out und die Reaktionen darauf. Auch über Ex-Kollege Dieter Bohlen verliert er dabei ein paar Worte.
Marco Schreyl blickt auf sein öffentliches Coming-out zurück. In seinem 2023 erschienenen Buch "Alles gut? Das meiste schon!" hatte der Moderator erstmals öffentlich über seine Homosexualität und seine Liebe zu einem Mann gesprochen. Dass diese Offenheit bei manchen Menschen für Überraschung gesorgt habe, könne er bis heute nur schwer nachvollziehen, sagt er nun im Podcast "Zwischen den Zeilen".
Von Moderatorin Bettina Böttinger gefragt, ob sein Coming-out für ihn eine "große Befreiung" gewesen sei, erwidert der 52-Jährige: "Es ist einfach passiert." Einige Menschen aus seinem Umfeld hätten ihn damals gefragt, ob er sich mit diesem Schritt wirklich sicher sei. Für die Bedenken habe er jedoch wenig Verständnis gehabt: "Ich bin 50 und wer nicht checkt, dass ich nicht verheiratet, nicht an eine Frau vergeben bin, nicht über mein Privatleben intensiv rede, wer dann nicht checkt, dass ich dann wohl schwul bin, der hat wohl seine Birne zwischen den Schultern nicht an der richtigen Stelle."
Auch über seine Zeit bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) spricht Schreyl im Podcast. Von 2005 bis 2012 moderierte er die Castingshow, 2022 kehrte er für eine weitere Staffel zurück. Böttinger will wissen, ob Juror Dieter Bohlen damals bereits von seiner Homosexualität gewusst habe. Schreyl bejaht dies und erinnert sich an Äußerungen des Musikproduzenten, die er als Anspielungen auf seine sexuelle Orientierung verstanden habe. Damals sei es ihm nicht gelungen, entsprechend darauf zu reagieren.
Mit den Eltern im Reinen
"Was tut das gerade zur Sache? Wo ist dein Problem? Weil ich ein schwuler Mann bin und du nicht?", hätte er Bohlen im Nachhinein gerne entgegnet. Dass er damals nicht so deutlich Stellung bezogen habe, bedauere er heute.
Auch über seine ersten Erfahrungen mit seiner Sexualität spricht Schreyl offen. Mit 15 oder 16 Jahren habe er sich zum ersten Mal in einen Mitschüler verliebt. "Aber dann hat mich das fast verstört, dass ich so einen Klassenkameraden ganz toll finde", erinnert er sich.
Als er mit seinen Eltern über seine Homosexualität gesprochen habe, hätten seine Freunde bereits seit rund zehn Jahren Bescheid gewusst, so Schreyl. Seine Mutter habe nachgefragt, ob er denn einen Freund habe. Er habe sich über die Reaktion gefreut. "Wow, cool, bei der ist es schon angekommen", habe er gedacht. Sein Vater habe zunächst geschwiegen und etwas Zeit gebraucht. Letztlich habe er es aber "total gut geschafft, damit umzugehen".
Quelle: ntv.de, vpr/spot