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Tatverdächtiger Abdul B.: CSD-Attentäter Abdul B. gehörte salafistischer Gruppe an

Der Berliner Senat hat veröffentlicht, dass Abdul B. zeitweise einer salafistischen Gruppe angehörte. Dem Berliner Verfassungsschutz war er bereits seit 2021 bekannt.

Der Berliner Senat hat weitere Informationen über den islamistischen Attentäter Abdul B. veröffentlicht. Demnach gehörte er einer salafistischen Gruppe an, die missionierend unterwegs war, also weitere Anhänger anwarb. Das sagte die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Seit 2021 sei bei ihm ein zunehmender Prozess der Radikalisierung festzustellen gewesen.

Dem Berliner Verfassungsschutz war Abdul B. demnach seit November 2021 bekannt. Seitdem habe er sich in der salafistischen Szene bewegt, sagte Spranger. Bei der Polizei fiel er seit 2019 mit Delikten wie Körperverletzungen, Betrug, Raub und Beleidigungen auf.

Der Salafismus ist eine religiöse und politische Bewegung im Islam, die nur von einer kleinen Minderheit der Muslime getragen wird. Salafisten lehnen westliche Demokratien ab und sehen eine »islamische Ordnung« mit islamischer Rechtsprechung (Scharia) als einzig legitime Staats- und Gesellschaftsform an. Die Behörden warnen vor der Bewegung: Der Verfassungsschutz sieht die Übergänge zwischen politischem und dschihadistischem Salafismus als fließend an.

Laut dem Verfassungsschutz gilt der Salafismus seit Jahren als eine der dynamischsten Bewegungen. Demnach ging zwar die Zahl der Anhänger seit dem Jahr 2021 leicht zurück, im Jahr 2024 stieg sie jedoch erstmals wieder an. Verstärkte Missionierungsarbeit in den vergangenen Jahren führte zu einer Verjüngung der Anhängerschaft, schreibt der Verfassungsschutz auf seiner Website.

Spranger: »Salafismus ist zuletzt wieder sichtbarer geworden«

Spranger wies darauf hin, dass in Berlin 1.250 Menschen zur salafistischen Szene gehörten. Davon seien 350 gewaltorientiert. Insgesamt gebe es laut Verfassungsschutz 2.590 Islamisten in Berlin.

Die salafistische Szene habe sich in den vergangenen Jahren ins Private und in das Internet zurückgezogen, sei aber zuletzt wieder deutlich sichtbarer geworden, sagte die Senatorin. Auch seien in den vergangenen zwei Jahren wieder mehr Ausreisen in Kampfgebiete des IS geplant oder dafür geworben worden. »Es gibt weiterhin eine hohe Gefährdungslage im Bereich des islamistischen Terrorismus.«

Spranger versprach, das gesamte Thema des Terroranschlags werde aufgearbeitet, um vollständige Transparenz herzustellen. »Aber wir wissen alle, dass wir solche Ereignisse nicht mit absoluter Sicherheit verhindern können.«

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