Vor 3 Stunden

Solidarität: Hunderte gedenken in Saarbrücken der Opfer von CSD-Anschlag

Nach dem Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) haben Hunderte Menschen in Saarbrücken ihre Anteilnahme gezeigt. Die Veranstalter vom saarländischen Landesverband Queere Vielfalt (LSVD+ Saar) zählten mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Tbilisser Platz vor dem Saarländischen Staatstheater, der zum Zeichen der Solidarität bunt beleuchtet gewesen sei. «Mit über 500 Menschen hatten wir nicht gerechnet», sagte Vorstandsmitglied Sebastian Thul laut einer Mitteilung. «Wir trauern heute. Aber wir werden unsere Lebensweise nicht ändern.»

Die Menschen hätten ein klares Zeichen gegen Hass, gegen Hetze und für den Schutz queerer Menschen gesendet, sagte Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) in einem Video, das bei Instagram zu sehen war. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Veranstaltung und bestätigte die Teilnehmerzahl.

Der LSVD+ verurteile den queerfeindlichen und islamistischen Anschlag auf das Schärfste. «Wir verurteilen islamistischen Terror in jeder Form. Aber wir stellen nicht alle Musliminnen und Muslime unter Generalverdacht», sagte Vorstandsmitglied Julia Zimmermann. «Religion und Ideologie sind zwei verschiedene Dinge. Wir wissen aus eigener Erfahrung, was pauschale Zuschreibungen anrichten.»

Bei dem Terroranschlag am Samstag am Rande des CSD fuhr Abdul B. nach derzeitigen Erkenntnissen mit einem Auto mehrere Menschen an. Danach soll er vermutlich mit einer Machete weitere Menschen verletzt haben. Eine Frau wurde getötet und 31 Menschen teils schwer verletzt. Abdul B. wurde am Sonntagabend von Polizisten, die ihn gestellt hatten, erschossen.

© dpa-infocom, dpa:260729-930-457526/1

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