Mehrere Menschen wollten mit einer Regenbogen-Flagge in die Hamburger „Europa Passage“, wurden aber abgewiesen. Der Sicherheitsdienst forderte sie auf, die Fahnen einzurollen, und berief sich auf das Hausrecht. Das Management reagierte.
Sicherheitskräfte haben mehreren Menschen mit Regenbogen-Flagge am Christopher Street Day (CSD) in Hamburg den Zutritt zum Einkaufszentrum „Europa Passage“ verwehrt. Der Sicherheitsdienst habe an zwei Eingängen sechs Menschen mit dem Pride-Symbol abgewiesen oder dazu aufgefordert, ihre Flaggen einzurollen, sagte ein Polizeisprecher. Als Begründung hätten sich die Sicherheitskräfte auf das Hausrecht bezogen.
Die Betroffenen schalteten daraufhin die Polizei ein. Die Beamten schritten ein. Nach Erkenntnissen der Polizei änderten die Sicherheitskräfte daraufhin ihr Verhalten. Ob die Polizei ermittelte, ist nicht klar.
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Das Center-Management der „Europa Passage“ zeigte sich auf Anfrage der „Hamburger Morgenpost“ erschüttert. Sprecher Karsten Bärschneider sagte, das Management habe keine Anweisungen dazu gegeben, Pride-Flaggen zu entfernen oder zu verdecken.
Als er am Samstagnachmittag von vereinzelten Vorfällen erfahren habe, habe er unmittelbar deutlich gemacht, dass in der „Europa Passage“ alle Menschen willkommen seien, „unabhängig davon, ob sie eine Pride-Fahne mit sich führen oder nicht“. Nach seiner Kenntnis sei es danach nicht mehr zu entsprechenden Vorfällen gekommen. Am Samstag hatten seinen Angaben zufolge etwa 100.000 Menschen das Einkaufszentrum besucht.
Management kündigt Aufklärung an
Er bedauere die Situation und die entstandenen Unannehmlichkeiten sowie den Eindruck, nicht willkommen zu sein. Die am Einkaufszentrum gehissten Pride-Flaggen stünden für „unsere Haltung und unser Selbstverständnis als offenes, vielfältiges und diskriminierungsfreies Haus. Wir möchten, dass sich alle Besucherinnen und Besucher bei uns willkommen, respektiert und sicher fühlen“, zitiert ihn das „Abendblatt“. Er kündigte Aufklärung der Vorgänge an. Man werde Gespräche mit dem Sicherheitsdienst führen, mit dem das Haus seit vielen Jahren zusammenarbeite.