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Mehrere Hundert Frauen haben auf dem Oktoberfest das erste explizit lesbische Wiesn-Event gefeiert. Unter dem Motto »Bier, Boobs, Brezn« fand im »Bräurosl«-Festzelt eine queere Party statt, zu der explizit Frauen eingeladen waren. Einhorn-Luftballons schwebten über den Gästen, auf der Bühne wehte die Regenbogen-Flagge.
Rund 700 Frauen und Flinta-Personen (das steht für Frauen, Lesben, Inter, Nonbinär, Trans und Agender) hatten sich nach Angaben der Veranstalterinnen für das Event angemeldet, doch das Interesse sei noch größer gewesen: »Wir hätten auch Tausend Tickets verkaufen können«, sagte Silke Völlig. Sie hat die Veranstaltung gemeinsam mit Sina Scherer auf die Beine gestellt.
Scherer will mit dem Event jetzt zur Sichtbarkeit von Lesben auf der Wiesn – und in München – beitragen: »Wo sind eigentlich die lesbischen Frauen? In München gab es früher viel mehr Orte, an denen lesbische Frauen sichtbar waren und sich selbstverständlich getroffen haben – gerade auch im Glockenbachviertel. Viele davon sind verschwunden. Auf der Wiesn haben wir ein ähnliches Phänomen beobachtet. Es gibt seit Jahrzehnten etablierte queere Termine, aber lesbische Frauen spielen dabei als eigene Community bislang kaum eine sichtbare Rolle«, so Scherer.
Das Event im Festzelt »Bräurosl« fand einen Tag nach dem traditionellen Gay Sunday, dem Rosa Sonntag, statt, der traditionell vor allem von schwulen Männern auf dem Oktoberfest gefeiert wird. Den Rosa Sonntag gibt es seit Jahren und die Nachfrage danach werde von Jahr zu Jahr größer und übersteige das Angebot, sagen die Reicherts. Sie sind die Wirte des Bräurosl-Festzelts. »So entstand die Idee, diesen Tag zu verlängern. In diesem Jahr gibt es also zusätzlich zum Rosa Sonntag den Rosa Montag – und in diesem Rahmen nun auch ›Bier, Boobs, Brezn‹«.
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Es gehe nicht darum, die Wiesn neu zu erfinden, sagt Veranstalterin Scherer. Man wolle genau das machen, was Menschen dort seit Generationen tun: zusammensitzen, essen, anstoßen, tanzen, neue Leute kennenlernen und gemeinsam eine gute Zeit haben. »Der Unterschied ist, dass lesbische Frauen und Flinta-Personen an diesem Tag bewusst im Mittelpunkt stehen und sich nicht erst mühsam gegenseitig im Zelt suchen müssen.«
Bier, Hendl, Fahrgeschäfte: Wer auf das Oktoberfest geht, sollte einiges an Geld einplanen. Wo Sie sparen können, wie man eine Tischreservierung ergattert und warum das Fest schon immer etwas mit Patriotismus zu tun hatte. Hier geht es zum Text.