Erstmals seit rund einer Woche hat die US-Armee wieder Ziele im Iran angegriffen. Unter anderem seien militärische Kommandozentralen der Revolutionsgarden getroffen worden, erklärte das zuständige Regionalkommando CENTCOM. Man habe damit auf versuchte Raketenangriffe der Islamischen Republik auf US-Truppen reagiert. Bereits zuvor hatte CENTCOM von einem "Überraschungsangriff" auf amerikanische Soldaten in Jordanien gesprochen; dieser sei jedoch abgewehrt worden.
Laut iranischen Medien wurden bei der jüngsten Attacke mindestens drei Menschen getötet. US-Präsident Donald Trump drohte erneut mit einer härteren Gangart. Nach Informationen der Zeitung "Wall Street Journal" hat Regionalkommandeur Brad Cooper eine Option für zehn- bis 14-tägige intensive Luftangriffe zur Schwächung der iranischen Raketenkapazitäten ausgearbeitet. Eine offizielle Bestätigung hierfür gibt es nicht.
Berlin-Attentäter war Verfassungsschutz seit 2021 bekannt
Der islamistische Attentäter von Berlin, Abdul B., hat sich offenbar vor dem Verbrechen jahrelang in eine extreme Richtung entwickelt. Seit 2021 sei bei ihm ein zunehmender Prozess der Radikalisierung festzustellen gewesen, sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.
Dem Berliner Verfassungsschutz war Abdul B. demnach seit November 2021 bekannt. Seitdem habe er sich in der salafistischen Szene bewegt, sagte Spranger. Er habe hier zeitweise einer Gruppe angehört, die missionierend unterwegs gewesen sei. Bei der Polizei fiel Abdul B. seit 2019 mit Delikten wie Körperverletzung, Betrug, Raub und Beleidigung auf.
Bei dem Terroranschlag am Samstag am Rande des Christopher Street Day (CSD) hatte der 21-Jährige mit einem Auto mehrere Menschen angefahren, bevor er weitere Personen verletzte. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Islamist wurde am Sonntagabend von Polizisten erschossen.
Morawiecki gründet eigene Fraktion in Polens Parlament
Nach dem Zerbrechen der rechtskonservativen polnischen Oppositionspartei PiS hat Ex-Ministerpräsident Mateusz Morawiecki eine eigene Parlamentsfraktion angekündigt. Der neuen Gruppierung mit dem Namen "Entwicklung Plus" gehören nach seinen Angaben 40 Abgeordnete und ein Senator an. Morawiecki erklärte, die neue Fraktion wolle sich für die wirtschaftliche Entwicklung Polens und für konservative Werte einsetzen.
Hintergrund ist ein Machtkampf mit PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski. Morawiecki und seine Unterstützer lehnten den Kurs der Parteiführung ab und gründeten zunächst eine parteiinterne Gruppe. Kaczynski hatte deren Auflösung verlangt und von den Mitgliedern eine Loyalitätserklärung gefordert. Morawiecki verweigerte dies. Die PiS prüfte daraufhin den Ausschluss der Gruppe. Morawiecki will sein Programm in den kommenden Tagen vorstellen. Die PiS regierte Polen von 2015 bis 2023 und ist seit ihrer Wahlniederlage die größte Oppositionspartei im Land.
Erste Probeabstimmung in UN-Sicherheitsrat über Guterres-Nachfolge
Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beginnt an diesem Donnerstag der mehrstufige Auswahlprozess für den Posten des UN-Generalsekretärs. Vier Frauen und drei Männer bewerben sich um die Nachfolge des Portugiesen António Guterres, der den Spitzenposten nach zehn Jahren abgibt. Die Abstimmungen im UN-Sicherheitsrat erfolgen geheim und traditionell in mehreren Runden. Die Vetomächte USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland können Bewerber blockieren.
Im Rennen sind unter anderen die frühere chilenische Präsidentin Michelle Bachelet und der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), der Argentinier Rafael Grossi. Uganda hat kurzfristig den früheren Präsidentschaftskandidaten Olara Otunnu nachnominiert. Die Amtsübernahme ist für Januar 2027 vorgesehen. Beobachter sehen die UN im 81. Jahr nach der Gründung vor ihrer größten Bewährungsprobe - unter anderem, weil die USA massiv Finanzmittel gestrichen haben.
Syrien wieder per Direktflug aus Deutschland erreichbar
Nach rund 15 Jahren gibt es wieder eine direkte Flugverbindung zwischen Deutschland und Syrien. Der erste Flug startete von Düsseldorf in die Hauptstadt Damaskus. Grundlage ist ein im Juli unterzeichnetes Luftverkehrsabkommen beider Länder. Es regelt unter anderem Flugrechte, Flugfrequenzen sowie Fragen zu Lizenzen und Sicherheit. Die deutsche Fluggesellschaft LEAV plant zunächst zwei Verbindungen pro Woche mit Maschinen für bis zu 180 Passagiere. Das Angebot richtet sich vor allem an die große syrische Gemeinschaft in Deutschland sowie an Geschäftsreisende.
Bis zuletzt galt ein deutsches Flugverbot für Syrien. Ausgenommen waren lediglich humanitäre Flüge und Einsätze im Auftrag der Vereinten Nationen. Nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums hat sich die Lage in Syrien inzwischen so weit verbessert, dass ein staatliches Flugverbot nicht mehr erforderlich ist.
Vogelfiguren aus der Eiszeit geben neue Einblicke in frühe Kunst
In der UNESCO-Welterbe-Höhle "Hohle Fels“ auf der Schwäbischen Alb im Bundesland Baden-Württemberg haben Archäologen zwei rund 40.000 Jahre alte Vogelfiguren aus Mammut-Elfenbein entdeckt. Die jeweils etwa zwei Zentimeter großen Figuren wurden von Forschern der Universität Tübingen als "Fund des Jahres“ vorgestellt und sind nun im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren zu sehen.
Nach Angaben der Wissenschaftler zählen die Miniaturen zu den ältesten bekannten Kunstwerken der Menschheit. Die detailreiche Darstellung zeige, dass die eiszeitlichen Jäger und Sammler in Europa auch filigrane Kleinkunst schufen. Eine Figur stellt einen Vogel mit ausgebreiteten Flügeln dar, die andere einen sitzenden oder möglicherweise brütenden Vogel. Die Funde könnten neue Erkenntnisse über die Gedankenwelt und den Alltag der Eiszeitmenschen liefern. Die beiden Vogelfiguren werden bis April 2027 in der Sonderausstellung "Federleicht und Forschungsschwer“ präsentiert.
jj/as/se (dpa, afp, rtr, epd)
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