Die jungen Täter warfen das Essen in Richtung des 25-Jährigen und beleidigten ihn homophob. Beim zweiten Aufeinandertreffen soll ein jugendlicher Angreifer seinem Opfer mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Die Polizei sucht nach weiteren Tätern.
In Ludwigsburg kam es zu mehreren queerfeindlichen Taten, unter anderem auf dem Campus der örtlichen Filmakademie. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg ermittelt gegen einen 15-Jährigen sowie zwei derzeit noch unbekannte Täter unter anderem wegen Körperverletzung sowie Beleidigung und sucht Zeugen.
Ein 25 Jahre alter Mann verteilte demnach am vergangenen Donnerstag in der Ludwigsburger Innenstadt Lebensmittel an Bedürftige. Dabei bot er auch zwei Jugendlichen Essen an. Diese nahmen das Angebot zunächst an, warfen es dann aber in Richtung des 25-Jährigen und äußerten homophobe Beleidigungen.
Am Freitag gegen 22:15 Uhr traf der 25-Jährige auf dem Akademiehof erneut auf die beiden Jugendlichen sowie einen weiteren noch unbekannten jungen Mann. Einer der Tatverdächtigen äußerte sich abermals diskriminierend über die sexuelle Orientierung sowie über das äußere Erscheinungsbild des 25-Jährigen.
Täter verfolgen Opfer und greifen an
Anschließend verfolgten die drei unbekannten Täter den 25-Jährigen bis in den Bereich des Gewächshauswegs, wo einer der Täter den Mann unvermittelt am Kragen packte und ihm mehrmals mit der Faust ins Gesicht schlug. Der 25-Jährige konnte sich während des Gerangels aus dem Griff des Angreifers befreien und flüchten. Er erlitt Verletzungen und wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.
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Am Mittwoch gegen 22:30 Uhr meldete dann ein Zeuge der Polizei, dass sich zwei der Täter erneut auf dem Akademiehof in Ludwigsburg aufhalten würden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte flüchteten die beiden jungen Männer. Einer der beiden, ein 15-Jähriger, konnte nach einer kurzen Verfolgung vorläufig festgenommen werden. Er wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in die Obhut seiner Eltern entlassen.
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Die Ermittlungen zu den beiden weiteren Tatverdächtigen dauern derzeit an. Einer der beiden wird als etwa 17 bis 19 Jahre alt, 1,60 m groß und korpulenter Statur beschrieben. Er soll einen dunkleren Teint haben und mit einem grau-schwarzen T-Shirt sowie einer grau-schwarzen Jogginghose bekleidet gewesen sein.
Oberbürgermeister verurteilt Angriff
Sowohl die Filmakademie als auch Oberbürgermeister Matthias Knecht verurteilten den Angriff: „Der Schutz aller Menschen hat in unserer Stadt oberste Priorität“, so Knecht gegenüber der „Ludwigsburger Kreiszeitung“. Der körperliche Angriff auf den 25-Jährigen sei „erschütternd und durch nichts zu rechtfertigen. Ich verurteile diese Tat aufs Schärfste. Für Hass, Diskriminierung und Gewalt gibt es in Ludwigsburg keinen Platz. Unsere Stadt ist weltoffen, vielfältig und steht für ein sicheres Zusammenleben aller Menschen. Verbale Angriffe oder Gewalt wegen des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung sind genauso wenig akzeptabel wie wegen anderer Diskriminierungsgründe. Solche Taten müssen mit aller Entschiedenheit strafrechtlich verfolgt werden“.
Knecht kündigte laut der Zeitung an, unter anderem mit den fünf Hochschulen und der Polizei ins Gespräch zu gehen.