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In der Türkei ging die Polizei am Wochenende gegen mehrere LGBTQ+-Aktivistenvereine vor, Razzien und mehrere Festnahmen waren die Folge. Am Dienstag versammelten sich daraufhin Aktivistinnen und Aktivisten vor einem Gerichtsgebäude in Istanbul, um gegen das Vorgehen der Polizei zu protestieren. Bei dieser LGBT-Kundgebung sind nun Berichten zufolge erneut Dutzende Personen festgenommen worden, darunter auch Journalisten und Anwälte.
In einer Erklärung, die die Protestierenden verlasen, betonten sie, dass die Identität als lesbisch, schwul oder trans in der Türkei nicht verboten sei. Stattdessen werde gegen sie wegen vermeintlicher Vergehen gegen die Moral vorgegangen. Sie forderten die Freilassung der Festgenommenen sowie ein Ende des staatlichen Vorgehens gegen LGBT-Personen und ihre Organisationen. Den Protestierenden wurde laut der Zeitung »Cumhuriyet« vor Ort mitgeteilt, dass eine Kundgebung untersagt sei.
Unter den nun Festgenommenen sind laut der oppositionellen Zeitung »Birgün« auch eine Rechtsanwältin vom Zentrum für Frauenrechte der Anwaltskammer Istanbul, sowie mindestens zwei Journalisten.
Die Türkei-Vertreterin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Emma Sinclair-Webb, schreibt auf X, die Festnahmen von Verfechtern der LGBT-Rechte würden die Entschlossenheit der türkischen Regierung zeigen, LGBT-Personen zu kriminalisieren, ohne neue Gesetze zu erlassen.
26 Festnahmen am Wochenende
Am Wochenende waren bei den landesweiten Razzien gegen mehrere LGBTQ+-Aktivistenvereine 26 Menschen festgenommen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, seien zuvor Ermittlungen wegen »Vereinsgründung zum Begehen einer Straftat, Prostitution, Obszönität« sowie Drogenbesitzes eingeleitet worden. Die Gruppe Kaos GL, die sich für die Rechte von Homo- und Bisexuellen, trans Menschen und queeren Personen (LGBTQ+) einsetzt, erklärte auf der Plattform X , die Polizei sei in ihre Vereinsräumlichkeiten eingedrungen und habe Mitglieder des Vorstands festgenommen.
In der Erklärung der Staatsanwaltschaft hieß es laut Anadolu, es seien Beweise gefunden worden, wonach durch die Aktivitäten der Vereine Minderjährige in Bezug auf ihre sexuelle Orientierung und ihre Geschlechtsidentität beeinflusst würden. Die Operationen hätten das Ziel, zu verhindern, dass diese Aktivitäten in der Gesellschaft »als normal angesehen werden – zum Wohle der Kinder sowie zum Schutz der Institution der Familie und der gemeinsamen moralischen Werte«. Die Staatsanwaltschaft betitelte die Razzien als »Meine Familie ist in Sicherheit«-Operation.
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