X.com
X.com
Messenger
Sicherheitspersonal an der Europa Passage hat nach Angaben der Polizei mehreren Menschen mit Regenbogenflaggen beim Christopher Street Day (CSD) in Hamburg den Zutritt zum Einkaufszentrum in der Innenstadt verweigert. Der Sicherheitsdienst habe an zwei Seiteneingängen Menschen »mit sichtbaren Regenbogenflaggen« wiederholt abgewiesen, teilte die Hamburger Polizei auf SPIEGEL-Anfrage mit. Die Menschen sollen dazu aufgefordert worden sein, ihre Flaggen einzurollen oder nicht sichtbar zu tragen, hieß es weiter.
Die Hamburger Polizei war nach eigenen Angaben am Samstag »mehrfach aufgrund von Streitigkeiten beim Eintritt in die Einkaufspassage gerufen worden«. Den angerückten Beamten habe der Sicherheitsdienst mitgeteilt, dass mit der Maßnahme das Hausrecht ausgeübt werde. Nach »dem letzten Einschreiten der Polizei« sei die Praxis jedoch eingestellt worden, hieß es weiter.
Wie viele Menschen abgewiesen wurden, teilte die Polizei am Sonntag zunächst nicht mit. Auch war nicht zu erfahren, ob wegen der Vorfälle Ermittlungen aufgenommen wurden.
Unklar blieb zudem, gegen welche Regelung des Hausrechts genau die Betroffenen verstoßen hätten und warum die Sicherheitskräfte nach Anrücken der Polizei die Maßnahme offenbar einstellten. Das Center Management der Europa Passage reagierte auf eine Anfrage am Sonntag bisher nicht. Außerhalb der Geschäftszeiten sei das Management am Wochenende nicht zu erreichen, hieß es telefonisch. Auch die Pressestelle der ECE Marketplaces GmbH & Co. KG, die die Europa Passage betreibt, reagierte bislang nicht. Über die Vorfälle hatte die »Hamburger Morgenpost« zuerst berichtet.
Rekordbeteiligung beim CSD in Hamburg: »Jetzt erst recht«Von Jannis Große und Annina Metz 4 Min 4 Min
Eine Woche nach Anschlag in Berlin: Hunderttausende feiern bei CSD-Paraden in Hamburg und Amsterdam 3 Min 3 Min
LSBTIQ*: »Wir sind in Sicherheit, gut geht es uns nicht«Von Juliane Löffler 5 Min 5 Min
Am Samstag waren in Hamburg nach übereinstimmenden Veranstalter- und Polizeiangaben etwa 300.000 Menschen zu einer Rekord-Demonstration zum CSD zusammengekommen – erst eine Woche nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD . Das Motto der Parade lautete: »Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!«