Der Ahornsteig im Berliner Tiergarten, zwei Tage nach dem Anschlag auf dem Christopher Street Day. Blumen liegen an einem Baum, ringsum stehen Menschen, manche still, andere schluchzend. Notfallseelsorger laufen in lila Westen umher und sprechen mit ihnen. Auch Sophia K. ist gekommen, 27 Jahre alt. Sie ist in München aufgewachsen und vor acht Jahren zum Studieren nach Berlin gezogen. Am Samstag war Sophia K. auf dem CSD, hat mit ihren ebenfalls queeren Freundinnen, Freunden und hunderttausenden anderen getanzt und gesungen. Als um kurz nach 22 Uhr der mutmaßliche Attentäter, Abdul B., laut Behörden aus islamistischen Motiven, über den Ahornsteig raste, eine Frau tötete und 29 Menschen verletzte, war Sophia K. in der Nähe. Sie möchte nicht, dass ihr Nachname in der Zeitung steht, aus Angst vor Anfeindungen.
Vor 2 Stunden
Christopher-Street-Day: „Wenn ich Angst habe, haben die gewonnen“
Wie geht es queeren Menschen nach dem Anschlag in Berlin? Sophia K. tanzte in der Nähe, als ein Mann mit dem Auto in die Menge raste. Von der Bundesregierung ist sie enttäuscht – und fordert echte Solidarität.