Stand: 26.07.2026 • 16:51 Uhr
Nach dem Angriff beim Berliner CSD spricht Innenminister Dobrindt von einem islamistischen Terroranschlag. Der Verdächtige soll mit dem Auto einen Menschen getötet und 29 verletzt haben. Er soll auch eine Machete bei sich gehabt haben.
Nach dem Angriff eines Autofahrers am Rande des Christopher Street Day (CSD) gehen die Ermittler von einem "islamistischen Terroranschlag" aus. Darauf deute alles hin, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bei einer Pressekonferenz in Berlin. Der Tatverdächtige habe nicht nur sein Fahrzeug als Waffe benutzt, er sei mutmaßlich auch mit einer Machete auf Passanten losgegangen, sagte der CSU-Politiker.
Bei dem Anschlag im Berliner Tiergarten war nach Behördenangaben am späten Samstagabend eine Frau getötet worden. 29 weitere wurden demnach verletzt oder schwerstverletzt. Sie befinden sich laut Polizei jedoch nicht mehr in Lebensgefahr. Laut Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) soll die Bundesanwaltschaft in dem Fall die Ermittlungen übernehmen.
Tatverdächtiger ist flüchtig
Gesucht wird im Zusammenhang mit dem Anschlag seit der Nacht zum Sonntag nach dem 21-jährigen Abdul B.. Am Morgen veröffentlichte die Polizei Berlin ein Foto, mit dem sie nach dem jungen Mann fahndet. Die Polizei davor, den Verdächtigen anzusprechen, da dieser"möglicherweise bewaffnet und gefährlich" sei. Der Mann habe eine schlanke Statur, sei etwa 1,90 Meter groß und habe schwarze Haare.
Laut Sicherheitskreisen soll es sich bei Abdul B. um einen deutschen Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln handeln. Er war bereits wegen Vorbereitung einer "staatsgefährdenden Gewalttat" zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Bei den Verfassungsschutzbehörden sei er bekannt gewesen.
Nach Justizangaben versuchte er im vorigen Jahr vergeblich, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen. Außerdem postete er im sozialen Netzwerk Instagram 2024 verbotene Propaganda der Gruppe, wie das Kammergericht und die Generalstaatsanwaltschaft in Berlin mitteilten. Zuvor hatten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR bereits darüber berichtet.
Polizeikräfte deutschlandweit im Einsatz
Polizei und Bundespolizei seien nun mit einem "großen Kräfteeinsatz" unterwegs, um den Verdächtigen zu finden, sagte Innenminister Dobrindt. Das betreffe nicht nur Berlin, sondern bundesweit auch Bahnhöfe, Flughäfen und die Außengrenzen.
Ein weiterer möglicher Verdächtiger, der ebenfalls im Tatfahrzeug gesessen haben könnte, ist nach Informationen des rbb offenbar bereits in der Nacht zu Sonntag festgenommen worden. Es soll sich um einen Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft handeln.
Solidarität auch in Hamburg
Nach dem Anschlag drückten zahlreiche Spitzenvertreter aus Politik und Gesellschaft ihre Anteilnahme mit den Opfern aus. Unter anderem nahmen an einer Trauerandacht in der Marienkirche am Alexanderplatz mehrere Hundert Menschen teil - darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz und weitere Regierungsvertreter.
Auch in Hamburg kamen etwa 800 Menschen zu einer Solidaritätskundgebung zusammen. In der Hansestadt werden am kommenden Samstag bei der CSD-Parade ebenfalls Hunderttausende Menschen erwartet.
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Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 26.07.2026 | 14:00 Uhr